Vor 50 Jahren: Janis Joplin stirbt den Drogentod

Heute vor exakt 50 Jahren – also am 4. Oktober, 1970 – verstarb Janis Joplin im Alter von nur 27 Jahren infolge einer Überdosis Heroin. Sie ist damit die erste Frau im sogenannten Club 27, dem zuvor bereits so bekannte Künstler wie Brian Jones und Jimi Hendrix beigetreten waren.

Besonders erstrebenswert ist die Mitgliedschaft in diesem erlauchten Verein allerdings nicht, da man vor Beginn des 29. Lebensjahres den Weg ins Jenseits gefunden haben muß, um die Aufnahmebedingungen zu erfüllen.

Auch Jim Morrison, Sänger der Doors, gehört zu den Gründungsmitgliedern des Clubs 27. Auffällig ist, daß die genannten vier Künstler alle innerhalb eines Zeitraumes von exakt zwei Jahren starben, nämlich zwischen dem 3. Juli 1969 und dem 3. Juli 1971. In den Neunziger- und Zehnerjahren traten auch noch Kurt Cobain und Amy Winehouse dem Club 27 bei.

Leider hat Janis Joplin keinen ihrer großen Hits selbst geschrieben mit Ausnahme von „Mercedes Benz“, wo sie immerhin einer von drei Autoren war. Vielmehr feierte sie Erfolge mit Coverversionen wie „Me and Bobby McGee“ oder „Piece of my heart“.

Ein wenig schmeichelhaftes Zitat von ihr ist aus dem Jahre 1969 überliefert, als sie auf dem Titelblatt einer Ausgabe von „Newsweek“ erscheinen sollte, aber dann doch durch den Ex-Präsidenten Dwight D. Eisenhower ersetzt wurde, der gerade verstorben war. Dazu bekannte Joplin freimütig im „New Musical Express“:

Fourteen heart attacks and he had to die in my week. In MY week.

Das ist freilich wenig empathisch. Und auch ein bißchen egozentrisch. Aber immerhin schaffte sie es dann ein paar Wochen später doch noch auf‘s Cover von Newsweek:

 

janis-joplin-newsweek-cover-1969-rebirth-of-the-blues

 

Aber von Janis Joplin sind auch noch andere Worte überliefert, wie eine Zitate-Suche offenbart. Auf den Einwand schwarzer Soul-Puristen, daß Weiße in diesem Genre an der falschen Adresse seien, sagte Joplin:

You know why we’re stuck with the myth that only black people have soul? Because white people don’t let themselves feel things.

Besonders intelligent scheint diese Aussage freilich nicht zu sein. Denn schon in Europa sind Südländer deutlich temperamentvoller. Und Afrikaner haben eben ein anderes Gemüt als Eskimos oder Japaner. Aber was soll Joplin auch sagen? Sie muß ja schließlich auch Lobbyarbeit in eigener Sache leisten.

Als rassistisch muß man ihre Aussage wohl auch noch einstufen, wenn man bedenkt, daß Weiße laut Joplin angeblich völlig gefühllos agierten. Da kommt es sehr gelegen, daß kluge Diversity-Forscher bereits nachgewiesen haben, daß Weiße eigentlich gar nicht rassistisch beleidigt oder diskriminiert werden können. Insofern muß sich Joplin also keine Sorgen machen.

Das ist leider ein nicht so erbaulicher Blick ins progressive Rock- und Popmilieu. Heiligsprechungen wären ja auch langweilig. Was bleibt, ist die Tragik und Ambivalenz der Hippie-Generation, deren Träumereien letztlich im Irrweg des Drogenrauschs und diverser esoterischer Eskapismen endeten, mit denen wir heute noch zu tun haben.

Den toxischen, männerfeindlichen Feminismus unserer Tage und den bizarren Gender-Firlefanz haben wir zu einem guten Stück leider auch der Hippie-Generation zu verdanken.

Aber der Aufstand gegen das neue Establishment ist bereits in vollem Gange.

 

 

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